Gründung

Gründerkredite im Überblick: Die beste Finanzierung für deine Gründung

Du willst dich selbstständig machen, aber dir fehlt das Geld für die ersten Investitionen? Damit stehst du nicht allein da. Die meisten Gründer starten ohne großes Eigenkapital – und genau dafür gibt es Gründerkredite. Vom zinsgünstigen KfW-Darlehen über Bürgschaften bis zum Zuschuss vom Arbeitsamt: Die Auswahl an Finanzierungsmöglichkeiten ist groß. In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Gründerkredite es gibt, welche Konditionen aktuell gelten und wie du Schritt für Schritt an dein Kapital kommst.

Zuletzt aktualisiert am 28.08.2026

Welche Finanzierungsmöglichkeiten hast du bei deiner Gründung?

Für deine Gründung reicht selten nur eine Geldquelle. Kombiniere verschiedene Bausteine, dann steht deine Finanzierung auf mehreren Beinen. Die gängigsten Optionen:

  • Bankkredite: Viele Hausbanken vergeben Gründerkredite bis 100.000 Euro auch ohne Eigenkapital – vorausgesetzt, dein Konzept überzeugt.
  • Eigenkapitalgeber und Business Angels: Erfahrene Investoren bringen neben Kapital auch Know-how und Kontakte mit.
  • Familie und Freunde: Privates Darlehen aus dem persönlichen Umfeld, meist unbürokratisch, aber schriftlich fixiert.
  • Förderkredite der KfW: Zinsgünstige Darlehen speziell für Gründer, dazu später mehr.

Deine Geschäftsidee muss überzeugen und profitabel wirken – das ist die Grundvoraussetzung für jede Finanzierung. Sprich deshalb mit mehreren Banken statt nur mit deiner Hausbank. So vergleichst du Konditionen und erhöhst deine Chancen auf eine Zusage.

Definition

Was ist ein Gründerkredit?

Ein Gründerkredit ist ein Darlehen, das speziell auf die Bedürfnisse von Existenzgründern zugeschnitten ist. Typische Merkmale: niedrigere Zinsen als am freien Kapitalmarkt, tilgungsfreie Anlaufjahre und reduzierte Sicherheitenanforderungen. Die bekanntesten Programme kommen von der KfW, der bundeseigenen Förderbank.

Wie unterstützen dich Bürgschaftsbanken der Bundesländer?

Fehlen dir Sicherheiten für deinen Kredit, springt in vielen Fällen eine Bürgschaftsbank ein. Jedes Bundesland hat eine eigene Bürgschaftsbank, die für dich bürgt und damit das Risiko deiner Bank senkt. Das funktioniert sogar, wenn deine Schufa-Auskunft nicht makellos ist – die Bürgschaftsbank prüft dein Vorhaben eigenständig und unabhängig von deiner Kreditwürdigkeit bei der Bank.

Info

Diese Sicherheiten verlangen Banken typischerweise

  • Grundschulden auf Haus oder Grundstück
  • Privatvermögen
  • Bürgschaften durch Dritte
  • Bürgschaften durch spezialisierte Bürgschaftsbanken
  • Sicherungsübereignungen (z. B. von Maschinen oder Fahrzeugen)

So verhandelst du Sicherheiten mit deiner Bank

Als Kreditnehmer musst du bankübliche Sicherheiten bieten, Art und Umfang legst du gemeinsam mit deinem Bankberater fest. Bei Gründungskrediten mit Haftungsfreistellung reicht oft schon das finanzierte Investitionsgut selbst als Sicherheit, zum Beispiel eine Maschine oder ein Firmenfahrzeug.

Bekommst du als Gründer einen Zuschuss vom Arbeitsamt?

Ja, wenn du aus der Arbeitslosigkeit heraus gründest, unterstützt dich die Agentur für Arbeit mit dem Gründungszuschuss. Wichtig: Das ist kein Kredit, sondern ein Zuschuss zu deinen Lebenshaltungskosten – dein eigentliches Startkapital musst du dir woanders besorgen.
Der Gründungszuschuss läuft in zwei Phasen:

  1. Phase 1 (6 Monate): Du erhältst deine bisherige ALG-I-Leistung in voller Höhe weiter, plus 300 Euro monatlich als Zuschuss zur sozialen Absicherung.
  2. Phase 2 (weitere 9 Monate, auf Antrag): Nach erneuter Prüfung zahlt dir die Agentur für Arbeit weiterhin 300 Euro monatlich, wenn du nachweist, dass du deine Selbstständigkeit aktiv betreibst.

Achtung

Kein Rechtsanspruch auf den Gründungszuschuss

Der Gründungszuschuss ist eine Ermessensleistung – deine Vermittlerin oder dein Vermittler entscheidet individuell. Voraussetzung ist unter anderem ein Restanspruch von mindestens 150 Tagen auf Arbeitslosengeld I zum Zeitpunkt der Antragstellung sowie ein tragfähiger Businessplan.

Definition

Was ist der KfW- bzw. ERP-Gründerkredit?

Die KfW ist die weltweit größte nationale Förderbank. Ihre Gründerkredite laufen unter dem Namen ERP-Gründerkredit – ERP steht für „European Recovery Program", ein Sondervermögen des Bundes zur Wirtschaftsförderung. KfW-Gründerkredit und ERP-Gründerkredit meinen also dasselbe. Die Programme bieten dir günstige Zinssätze, lange Laufzeiten und eine tilgungsfreie Anlaufzeit, in der du nur Zinsen zahlst.

Wann kannst du deinen KfW-Gründerkredit beantragen?

KfW-Gründerkredite eignen sich für mehrere Situationen:

  • Unternehmensgründung – auch im Nebenerwerb
  • Unternehmensnachfolge oder Beteiligung als Geschäftsführer
  • Stabilisierung in den ersten fünf Jahren nach dem Start

Du brauchst dafür in der Regel keine Sicherheiten und kein Eigenkapital. Voraussetzung ist meist, dass dein Unternehmen weniger als 50 Mitarbeitende beschäftigt und unter 10 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme liegt.

Welche KfW-Gründerkredite gibt es und worin unterscheiden sie sich?

Die KfW bietet drei Programme, die sich in Kreditsumme, Laufzeit und Zielgruppe unterscheiden:

Programm Maximale Kreditsumme Haftungsfreistellung Laufzeit
ERP-Gründerkredit – StartGeld 200.000 Euro 80 % 5 oder 10 Jahre
ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge 500.000 Euro Garantie über Bürgschaftsbank 10 oder 15 Jahre
ERP-Gründerkredit – Universell 25 Millionen Euro 0 % oder 50 %, je nach Variante bis 20 Jahre

Zinssätze und Konditionen ändern sich laufend – aktuelle Werte findest du in der Konditionenübersicht der KfW oder bei deiner Hausbank.

Der ERP-Gründerkredit StartGeld: Für welche Vorhaben eignet er sich?

Das StartGeld ist die richtige Wahl für kleinere Gründungsvorhaben. Die Kreditobergrenze wurde kürzlich von 125.000 Euro auf 200.000 Euro angehoben. Davon darfst du maximal 80.000 Euro für Betriebsmittel nutzen.

Fördergegenstände:

  • Investitionen (Maschinen, Software, Immobilien, Firmenfahrzeuge, Lizenzen)
  • Betriebsmittel (Personalkosten, Mieten, Marketing)
  • Aufbau eines Waren- oder Materiallagers
  • Unternehmenskauf mit Übernahme der Geschäftsführung

Nicht förderbar sind Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die Landwirtschaft sowie Umschuldungen bestehender Kredite.

Die Haftungsfreistellung liegt bei 80 Prozent – deine Hausbank trägt also nur ein Fünftel des Ausfallrisikos, was deine Chancen auf eine Zusage deutlich erhöht. Du wählst zwischen 5 und 10 Jahren Laufzeit, mit 1 bis 2 tilgungsfreien Anlaufjahren, in denen du nur Zinsen zahlst. Der effektive Jahreszins liegt aktuell bei rund 4 bis 6 Prozent, abhängig von deiner Bonität und den gestellten Sicherheiten.

Tipp

Von festen Zinsen profitieren

Weil die KfW-Förderbank hinter dir steht, bleibt dein Zinssatz über die gesamte Kreditlaufzeit fest, nicht nur in den Anlaufjahren. Das verschafft dir Planungssicherheit für dein Gründungsvorhaben.

Der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge: Was bringt er dir?

Für Vorhaben, die über das StartGeld hinausgehen, aber noch nicht die ganz großen Summen brauchen, bietet die KfW den ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge. Du bekommst bis zu 500.000 Euro und finanzierst damit maximal 35 Prozent deiner förderfähigen Kosten. Besonderheit: Eine Bürgschaftsbank übernimmt die Garantie gegenüber deiner Hausbank, was dir auch ohne umfangreiche eigene Sicherheiten Zugang zu größeren Summen verschafft.

Du wählst zwischen zwei Laufzeitmodellen:

  • 15 Jahre Laufzeit mit 5 tilgungsfreien Jahren und 10 Jahren Zinsbindung
  • 10 Jahre Laufzeit mit 2 tilgungsfreien Jahren und Zinsbindung über die gesamte Laufzeit

Der ERP-Gründerkredit Universell: Für wen lohnt sich die große Variante?

Brauchst du mehr Kapital, ist der ERP-Gründerkredit Universell deine Option – mit einer Kreditsumme von bis zu 25 Millionen Euro. Er unterstützt Gründung, Nachfolge und Wachstum in den ersten fünf Jahren.

Du entscheidest dich zwischen zwei Varianten:

  • Mit Haftungsfreistellung (50 %): Deine Bank trägt weniger Risiko, dafür zahlst du einen risikoabhängig höheren Zins.
  • Ohne Haftungsfreistellung: Deine Bank trägt das volle Risiko, dafür profitierst du von einem günstigeren Zinssatz.

Die Laufzeit richtet sich nach dem Verwendungszweck: bis zu 20 Jahre für langfristige Investitionen, bis zu 10 Jahre für mittelfristige Wirtschaftsgüter und bis zu 5 Jahre für Betriebsmittel. Je nach gewählter Laufzeit stehen dir bis zu 3 tilgungsfreie Anlaufjahre zur Verfügung. Der Zinssatz ist risikoabhängig und startet aktuell bei rund 4,80 Prozent effektivem Jahreszins – abhängig von deiner Bonitätsklasse und den gestellten Sicherheiten kann er auch deutlich darüber liegen.

Achtung

Negativer Eintrag in der Schufa

Ein Gründerkredit kann grundsätzlich auch mit negativem Schufa-Eintrag gewährt werden, garantiert ist die Kreditvergabe dadurch aber nicht. Deine Bank prüft im Einzelfall, ob dein Vorhaben und deine Bonität insgesamt überzeugen.

Tipp

Kombination von Gründerkrediten

Du kannst das StartGeld mit anderen Fördermitteln kombinieren, zum Beispiel mit einem Zuschuss deines Bundeslandes. Eine Kombination mit anderen KfW-Krediten oder ERP-Programmen ist dagegen nicht möglich. Über einen Fördermittel-Rechner im Internet findest du weitere passende Angebote.

Wie läuft die Beantragung deines KfW-Gründerkredits ab?

Einen KfW-Gründerkredit beantragst du nie direkt bei der KfW, sondern immer über deine Hausbank oder eine andere Geschäftsbank. Sparkassen und Genossenschaftsbanken kooperieren in der Regel mit der KfW – frag am besten vorher nach, ob deine Bank das Programm anbietet.

Welche Unterlagen brauchst du für den Antrag?

  • Businessplan mit Geschäftsidee, Markt- und Wettbewerbsanalyse
  • Investitionsplan mit Kostenaufstellung
  • Rentabilitätsrechnung für die ersten Jahre
  • Liquiditätsvorschau, bei höheren Summen meist monatlich aufgeschlüsselt
  • Lebenslauf und Nachweise zu deiner fachlichen Eignung
  • Bei Gründerteams: klare Angaben zu den Besitzverhältnissen

Gründest du per Franchise, erhältst du von deinem Franchisegeber meist spezielle Auskunftsformulare für die Bank.

Wie läuft der Antrag Schritt für Schritt ab?

  1. Fördercheck: Prüfe, ob dein Vorhaben die Kriterien des jeweiligen Programms erfüllt.
  2. Unterlagen sammeln: Businessplan, Investitionsplan und Rentabilitätsrechnung zusammenstellen.
  3. Bankgespräch vereinbaren: Wähle deine Hausbank oder eine andere Bank, die KfW-Kredite vergibt.
  4. Antrag einreichen: Deine Bank stellt den Antrag bei der KfW – du selbst hast keinen direkten Kontakt zur Förderbank.
  5. Prüfung und Zusage: Nach positiver Prüfung erhältst du deinen Kreditvertrag über die Bank.
  6. Auszahlung: Die Mittel fließen entsprechend deinem Investitionsplan.

Tipp

So verbesserst du deine Chancen auf Kreditvergabe

Ein detaillierter, realistischer Businessplan überzeugt Banken mehr als jede Zahl allein. Rechne deine Umsätze konservativ, zeige Alternativszenarien auf und belege Marktkenntnis mit konkreten Zahlen. Kontaktiere außerdem mehrere Banken – nicht jedes Institut bewertet dein Vorhaben gleich.

Wie verbuchst du deinen Gründerkredit richtig?

Sobald dein Gründerkredit ausgezahlt ist, gehört er korrekt in deine Buchhaltung. Trenne dabei immer die Tilgung von den Zinszahlungen: Die Tilgung mindert deine Verbindlichkeit, die Zinsen bucht du als Aufwand. So behältst du jederzeit den Überblick, wie viel Kredit noch offen ist und wie hoch deine tatsächliche Zinsbelastung ausfällt.

Mit einer Buchhaltungssoftware dokumentierst du Auszahlung, Tilgungsraten und Zinszahlungen automatisch und behältst deine Liquidität im Blick – wichtig, wenn du zusätzlich Sondertilgungen einplanst. Gerade als Gründer sparst du dir damit manuelle Fehler und hast alle Zahlen bereit, falls deine Bank oder das Finanzamt nachfragt.

Häufig gestellte Fragen zu Gründerkrediten

Wie hoch sind die Zinsen bei einem KfW-Gründerkredit?

 

Die Zinssätze liegen je nach Programm und deiner Bonität aktuell zwischen rund 4 und 8 Prozent effektivem Jahreszins. Beim StartGeld bewegst du dich meist zwischen 4 und 6 Prozent, beim Universell-Kredit ab etwa 4,80 Prozent aufwärts. Die genauen Konditionen legt deine Bank am Tag der Zusage fest und veröffentlicht die KfW in ihrer Konditionenübersicht.

Kann ich den KfW-Gründerkredit direkt bei der KfW beantragen?

 

Nein. Die KfW vergibt ihre Förderkredite ausschließlich über Geschäftsbanken wie Sparkassen, Genossenschaftsbanken oder Großbanken. Du reichst deinen Antrag also immer über deine Hausbank ein, die ihn an die KfW weiterleitet.

Welche Sicherheiten muss ich für einen Gründerkredit stellen?

 

Das hängt vom gewählten Programm ab. Beim StartGeld übernimmt die KfW 80 Prozent des Ausfallrisikos, sodass du oft nur das finanzierte Investitionsgut als Sicherheit stellst. Bei größeren Summen verlangt deine Bank meist zusätzliche Sicherheiten wie Bürgschaften oder Grundschulden.

Ist eine vorzeitige Rückzahlung meines Gründerkredits möglich?

 

Ja, Sondertilgungen sind bei den KfW-Gründerkrediten grundsätzlich möglich. Dafür fällt in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung an, die deine Bank dir vorab beziffert. Kläre das am besten schon beim Abschluss des Kreditvertrags.

Bekomme ich einen Gründerkredit auch mit negativer Schufa?

 

Eine Kreditvergabe ist auch mit negativem Schufa-Eintrag grundsätzlich möglich, aber nicht garantiert. Bürgschaftsbanken der Bundesländer können hier zusätzlich einspringen und mit einer eigenen Bürgschaft das Risiko für deine Bank senken. Sprich den Eintrag am besten offen im Bankgespräch an, statt ihn zu verschweigen – das schafft Vertrauen und beschleunigt die Prüfung.

Wie lange dauert es, bis mein Gründerkredit ausgezahlt wird?

 

Rechne von der Antragstellung bis zur Zusage mit mehreren Wochen, je nachdem wie vollständig deine Unterlagen sind und wie schnell deine Bank und die KfW den Antrag bearbeiten. Ein vollständiger Businessplan verkürzt die Bearbeitungszeit meist deutlich. Plane diesen Zeitraum fest in deinen Zeitplan ein, damit dir zwischen Antragstellung und Auszahlung nicht die Liquidität ausgeht.

Fazit: So findest du deinen passenden Gründerkredit

Für deine Gründung stehen dir mehrere Finanzierungswege offen – vom klassischen Bankkredit über Bürgschaften bis zu den zinsgünstigen KfW-Programmen StartGeld, ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge sowie Universell. Welches Programm zu dir passt, hängt von deiner Kreditsumme, deinem Verwendungszweck und deinen Sicherheiten ab. Sprich frühzeitig mit deiner Hausbank, bereite deinen Businessplan sorgfältig vor und vergleiche mehrere Angebote. So sicherst du dir die Finanzierung, die dein Gründungsvorhaben wirklich braucht.