Zusammenfassung
Pfändungsfreibetrag im Überblick
- Der Pfändungsfreibetrag schützt einen Teil des Einkommens vor Pfändung.
- Die Höhe des Freibetrags richtet sich nach dem Nettogehalt und Unterhaltspflichten.
- Ab einem monatlichen Nettoeinkommen von 1.587,40 Euro kann gemäß § 850c ZPO ein Teil des Einkommens gepfändet werden.
Definition
Was ist der Pfändungsfreibetrag?
Der Pfändungsfreibetrag legt fest, welcher Teil des Einkommens bei einer Pfändung unberührt bleibt, um die Existenz des Schuldners zu sichern. Der Freibetrag wird jährlich angepasst und richtet sich nach dem Nettoeinkommen sowie der Anzahl der unterhaltspflichtigen Personen. Beträge, die über dem Pfändungsfreibetrag liegen, können von Gläubigern eingezogen werden, während der unpfändbare Anteil das Existenzminimum sicherstellt.
Wie funktioniert der Pfändungsfreibetrag bei Schulden?
Der Pfändungsfreibetrag schützt einen bestimmten Anteil des Einkommens vor dem Zugriff der Gläubiger. Dieser Schutzbetrag ist so gestaltet, dass er das Existenzminimum der verschuldeten Person sichert. Nur Beträge, die über diesem Freibetrag liegen, dürfen gepfändet werden. Das stellt sicher, dass Schuldner trotz einer Pfändung ihren Lebensunterhalt bestreiten können.
Wie die Pfändungsfreigrenzen festgelegt werden
Der Pfändungsfreibetrag wird jährlich am 1. Juli angepasst, um den wirtschaftlichen Entwicklungen wie der Inflation Rechnung zu tragen. Diese Anpassungen erfolgen durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV). Für die Bestimmung der Pfändungsfreigrenze werden Pfändungstabellen verwendet, die das Nettoeinkommen und die Anzahl der unterhaltspflichtigen Personen berücksichtigen.
Pfändungsfreibetrag wird jährlich angepasst
Bis 2021 erfolgten die Anpassungen der Pfändungstabellen noch im Zwei-Jahres-Rhythmus, doch seitdem gibt es - unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage wie z. B. gestiegene Lebenshaltungskosten - jährliche Updates.
Die Pfändungsfreigrenzen für die Jahre 2026 und 2027 wurden bereits im Frühjahr 2026 angepasst. Sie gelten für den Zeitraum vom 1. Juli 2026 bis 30. Juni 2027.
Die Pfändungstabelle für 2026/2027
Die Pfändungstabelle gibt an, welche Beträge gepfändet werden dürfen, abhängig vom Nettoeinkommen und der Anzahl der Unterhaltspflichten. Je mehr Personen es gibt, für die der Schuldner unterhaltspflichtig ist, desto höher ist der Pfändungsfreibetrag. Dabei gilt:
- Bis zu einem Nettoeinkommen von 1.589,99 Euro ist keine Pfändung möglich.
- Ab einem Einkommen von 1.590,00 Euro beginnen die Pfändungsbeträge.
- Über 4.866,30 Euro ist das gesamte Einkommen pfändbar.
Beispiel: Pfändungsbetrag bei Anzahl unterhaltspflichtiger Personen in Euro
| Nettoeinkommen | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | ab 5 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2.950,00 bis 2.959,99 Euro | 953,82 | 382,59 | 172,94 | 29,86 | 0,00 | 0,00 |
| 2.960,00 bis 2.969,99 Euro | 960,82 | 387,59 | 176,94 | 32,86 | 0,00 | 0,00 |
| 2.970,00 bis 2.979,99 Euro | 967,82 | 392,59 | 180,94 | 35,86 | 0,00 | 0,00 |
| 2.980,00 bis 2.989,99 Euro | 974,82 | 397,59 | 184,94 | 38,86 | 0,00 | 0,00 |
| 2.990,00 bis 2.999,99 Euro | 981,82 | 402,59 | 188,94 | 41,86 | 0,00 | 0,00 |
Was darf nicht gepfändet werden?
Nicht alle Einkommensbestandteile sind pfändbar. Bestimmte Zulagen und Sonderzahlungen sind teilweise oder vollständig unpfändbar. Dazu gehören:
- Urlaubsgeld
- Weihnachtsgeld bis zur Hälfte des jeweiligen monatlichen Grundfreibetrags nach § 850c Abs. 1 und 4 ZPO (auf den nächsten vollen 10 EUR Betrag gerundet)
- Überstunden (bis zu 50 Prozent)
- Gefahrenzulagen
- Trinkgelder
- Spesen
Im Gegensatz dazu sind Krankengeld, Abfindungen, tarifliche Einmalzahlungen und Inflationsprämien nicht vor Pfändungen geschützt. Zudem besteht während einer Privatinsolvenz ein Pfändungsschutz, der Lohnpfändungen ausschließt.
Pfändungsrechner nutzen
Um den individuellen Pfändungsfreibetrag zu ermitteln, gibt es Online-Pfändungsrechner. Diese Rechner ermöglichen eine schnelle und einfache Berechnung anhand weniger Angaben zum Nettoeinkommen und Unterhaltspflichten.